Hinweise & Tipps
 
  • Das hier vorgestellte Motorluftboot besitzt entsprechend der in Bundesrepublik Deutschland geltenden Rechtslage als Kleinfahrzeug nach der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO) ein optionales amtliches Kennzeichen, welches an beiden Seiten des Bootskörpers deutlich sichtbar und lesbar anzubringen ist. Damit ist zum einem die Kennzeichnungspflicht erfüllt und zum anderen wird für die Wasserschutzpolizei (WSP) ein ordnungsgemäß registriertes Kleinfahrzeug erkennbar.

  • Das Motorluftboot ist als Kleinfahrzeug auf Grund der geltenden Rechtslage in der Bundesrepublik Deutschland (Bundesgesetzblatt Teil I Nr.47, Verordnung zur Änderung sportbootrechtlicher Vorschriften im See- und Binnenbereich vom 2.10.2012, ausgegeben am 16.10.2012) und der vorhandenen Motorisierung (Antriebsleistung kleiner 1,83kW) nicht sportbootführerscheinpflichtig. Trotzdem aber sind grundlegende Kenntnisse zum Führen von Kleinfahrzeugen (Sportbooten) auch ohne Sportbootführerschein immer von Vorteil.

  • Das Interesse der Wasserschutzpolizei (WSP) an dieser Art von Boot war bis jetzt auch recht rege, insgesamt schon vier Mal wurde eine Sportbootkontrolle auf dem Wasser durchgeführt, wobei die Kennzeichnung, die Ausrüstung und die Angaben im Internationalen Bootsschein (IBS) Schwerpunkte der Kontrollen waren.

  • Spaß mit dem Motorluftboot hat man natürlich nur dann, wenn die Einsatzbedingungen stimmen und Folgendes beachtet wird.

  • Die Fahrtzeit mit dem Motorluftboot ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang festgelegt, da das Motorluftboot keinerlei Beleuchtung aufweist.

  • Eine wichtige Grundvoraussetzung für das Bootfahren ist das einschlägige Studium des zu befahrenden Gewässers. Dazu sollte immer eine eingehende Begehung und Begutachtung der Zufahrt und der Aufbau-/Einsatzstelle für das Motorluftboot gehören.

  • Achtung! Für das Befahren einiger Flüsse und Gewässer gibt es besondere Festlegungen wie z.B für den Rhein (RheinschifffahrtPolizeiverordnung) oder den Bodensee (Bodensee-Schifffahrts-Ordnung - BSO).

  • Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland bieten hier eine gute Vorbereitung, aber auch eine gute Unterstützung beim Bootfahren, anerkannte Wasserwanderkarten, zum Beispiel die Tourenatlanten des Jübermann-Verlages.

  • Bei flachen Gewässern besteht die Gefahr der Grundberührung, zunächst der Motorschraube, und gleichzeitig ist bei leichtem Wind schon ein erheblicher Wellengang und damit auch Spritzwasser vorhanden.

  • Bei schmalen engen Kanälen und steilen Kanalufern tritt bei Begegnungsverkehr kurzzeitig ein stärkerer Wellengang und damit erhebliches Spritzwasser auch ohne Wind auf.

  • Bei Flussfahrten ist auf Treibgut und im Flusslauf vorhandene Hindernisse (Felsen, Steine, Bäume, Äste, Sandbänke usw.) zu achten.

  • Besondere Aufmerksamkeit erfordert das Befahren von Gewässern mit felsigen Untergrund, insbesondere in Ufernähe, da je nach Wasserstand die Felsspitzen nur wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche liegen und nur aus sehr kurzer Entfernung direkt oder über die Oberflächenbewegung des Wassers schon etwas früher zu entdecken sind. Der Einsatz entsprechender Gewässerkarten und/oder eines Navigationsgerätes ist hier schon Pflicht.

  • Was sollte beim Bootfahren allgemein beachtet werden?

 

 

Hier einige Tipps !

 

1. Wetterlage
- Erste Aktivität bei der Planung einer Bootsfahrt ist, unabhängig von der Ausrüstung, die Sammlung von Informationen
  zum aktuellen Stand des Wetters und die voraussichtliche Entwicklung des Wettergeschehens.
- Lufttemperatur, Niederschlag, Windstärke und Windrichtung sind hier die wichtigsten Aspekte der Vorbereitung.
- Zu empfehlen ist dabei die dynamische Betrachtung des Wetterablaufes mittels Niederschlagsradar und Satellitenfilm.

2. Wind
- ab Windstärke 3 (leichte Brise) wird es langsam ungemütlich (durch verstärkten Wellengang - nun auch Spritzwasser im
  Boot)
- die Fahrtgeschwindigkeit gegen den Wind ist vermindert

3. Regen
- von Regen überrascht wird es sehr schnell ungemütlich im Boot, im Zusammenspiel mit viel Wind kühlt man leicht aus
- bei unbeständigen Wetter ist das Tragen einer Wassersporthose und Wassersportjacke erste Pflicht
- bei starken bzw. lang anhaltenden Regen, aber auch beim längeren Festmachen des Motorluftbootes, und einer damit
  verbundenen Fahrtunterbrechung, ist eine entsprechende große Abdeckfolie (zum Beispiel aus dem Baumarkt) äußerst
  vorteilhaft, um das Motorluftboot und ggf. sich selbst weitestgehend trocken zu halten.

4. Gewässerkenntnis
- Bei der Fahrt auf Flüssen sind unbedingt die aktuellen Sachverhalte wie Wasserstand, Flussverlauf, Fluss-
  geschwindigkeit, Fahrrinne, Hindernisse und sonstige Hinweise zum Befahren des Flusses vor Antritt der Fahrt
  aufzuklären und die Fahrtwege und die erreichbaren Fahrgeschwindigkeiten und Fahrzeiten entsprechend aktuell
  festzulegen bzw. abzustimmen.

5. Navigation
- Gute Dienste in Sachen Navigation leisten hier die schon angesprochenen einschlägigen Wasserwanderkarten für
  Binnengewässer. Ein Outdoor-Navigationsgerät kann eine echte sinnvolle Ergänzung sein.
- Leider liegen wie immer genau die Wasserwanderkarten in digitaler Form nicht vor, wie man sie für die eigenen Touren
  benötigt.
- Doch es gibt Möglichkeiten für den privaten Gebrauch Wasserwanderkarten oder auch Segelkarten in digitale
  Wasserkarten oder digitale Segelkarten zu wandeln. Die Maßstäbe dieser Karte sind ausreichend für eine gute Qualität der
  daraus abgeleiteten digitalen Karten.
- Mit einem Scanner, einem einfachen Grafikbearbeitungsprogramm, Google Earth und etwas Zeit und Spaß an der Sache kann
  man seine digitale Karte für das Navigationsgerät selbst "bauen". Eine kleine Anleitung zur Erstellung eigener digitaler Karten
  gibt es hier - Erstellung von Custom Maps Garmin Montana (PDF - 195KB).
- Etwas einfacher ist der Weg zur eigenen digitalen Karte für das Navigationsgerät durch die Inanspruchnahme eines
  professionellen Anbieters von Kartographiedienstleistungen (u.a. auch Georeferenzierungsservice).
- Gute Erfahrungen sind mit Merkartor - einem beispielhaften Anbieter solcher Dienstleistungen - mit der Erstellung digtaler
  Wasserwanderkarten für die Masurische Seenplatte gemacht worden.

6. Kraftstoff
- Der mitgeführte Kraftstoff ist feuergefährlich und noch wichtiger gummilösend. Deshalb ist auf einen geschlossenen
  und dichten Kraftstofftank zu achten und ausgetretener Kraftstoff von der Bootshaut sofort ohne Verzug zu entfernen.

7. Verpflegung
- Für längere Bootsfahrten sollten ausreichende Getränke und kalorienreicher Proviant mitgeführt werden.

8. Foto- und Filmausrüstung
- Die obligatorisch mitgeführte Foto-/Videoausrüstung, welche in der Regel nicht wassergeschützt ist, sollte entsprechend
  wasserabweisend bzw. wasserdicht verpackt sein und sicher während der Bootsfahrt gehandhabt werden können.

9. Sicherheit
- Das Tragen der Sicherheitsweste (mit Signalpfeife) ist Pflicht, wo es für das Befahren des Gewässers vorgeschrieben ist,
  weiterhin beim Befahren von großen und erstmals zu befahrenden Gewässern, bei vorhandenen bzw. zu erwartenden
  schwierigen Witterungsverhältnissen (Wind, Wellengang, Regen, Nebel usw.).
- Das Mitführen eines Handys für Notfälle ist hier selbstverständlich Pflicht.
- Bei Fahrtunterbrechungen mit Ausstieg ist das Boot als erstes immer sicher festzumachen.

 

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